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Rom: Evangelische und katholische Kirche betonen gemeinsamen Weg der Ökumene

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Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg und Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), gehört zur EKD-Delegation, die am 6. Februar 2017 eine Privataudienz bei Papst Franziskus hatte.

Herr Kaufmann, eine Privataudienz beim Papst – die wenigsten von uns kommen in diesen Genuss. Was passiert da?
Oberkirchenrat Kaufmann: Der Papst hat unsere Delegation des Rates der EKD empfangen und jeden persönlich begrüßt. Dabei hat jeder Gelegenheit, dem Papst ein paar Worte zu sagen. Ich habe ihm Grüße von der Diakonie in Deutschland übermittelt. Vor der Begrüßung haben Papst Franziskus und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der EKD, zusammen mit Kardinal Marx, gesprochen.

Worum ging es bei diesem ökumenischen Zusammentreffen?
Oberkirchenrat Kaufmann: In der Tat um die Ökumene. Der Papst hat wörtlich gesagt, dass er für die Zukunft unsere unwiderrufliche Verpflichtung bekräftigen möchte, gemeinsam das Evangelium zu bezeugen und auf dem Weg zur vollen Einheit voranzuschreiten. Das war schon ein starkes Bekenntnis.

Sie als evangelischer Würdenträger sprechen mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche über Ökumene. Welche Bedeutung hat das für Sie persönlich?
Oberkirchenrat Kaufmann: Die Ökumene ist mir als Mensch, als Christ, als Pfarrer und Ratsmitglied ein großes Anliegen. Ich habe mich jahrzehntelang mit der Entwicklung der Ökumene beschäftigt. Und wenn der Papst nun im 500. Jahr der Reformation solche Worte spricht, berührt mich das sehr. Dass ein Reformationsjubiläum gerade auch ökumenisch gefeiert wird, das gab es noch nie. Die früheren Jahrhundertjubiläen der Reformation waren eher gekennzeichnet durch das starke Gegeneinander der beiden Kirchen.

Welche Botschaft aus Rom überbringen Sie den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und den Freunden der Diakonie in Württemberg?
Oberkirchenrat Kaufmann: Die Wiederentdeckung der gemeinsamen Glaubensquellen, die Heilung der Erinnerung im Gebet und in der Nächstenliebe, die prophetische Zusammenarbeit und der Dienst am Mitmenschen – das sind wichtige Impulse, um auf dem Weg der Ökumene voranzukommen. In der Diakonie leisten wir mit vielen Menschen gemeinsam tätige Nächstenliebe und Dienst am Menschen. Wir sind also auf dem Weg und freuen uns, wenn katholische Brüder und Schwestern unsere Weggefährten sind und wir ihre.

Wie lange werden wir diesen Weg gemeinsam beschreiten?
Oberkirchenrat Kaufmann: Auch in Zukunft, da bin ich sehr zuversichtlich. Kardinal Kurt Koch, der vatikanische Ökumene-Verantwortliche, hat in Rom betont, dass wir 2018 und auch in den Jahren danach das fortführen wollen, was wir 2017 vertreten. Nämlich den gemeinsamen Weg, von dem der Papst gesprochen hat. Das ist ein sehr bedeutender und hoffnungsvoller ökumenischer Impuls.

Herr Kaufmann, vielen Dank für Ihre Eindrücke aus Rom.

 

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