Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten

Anfang November fand in der Ludwig Schlaich Akademie erstmals eine Versteigerung von Werken der Kreativen Werkstatt der Remstal Werkstätten statt. Neun der 20 zu versteigernden Gemälde, Skulpturen und Objekte von Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderungen wurden durch Oberbürgermeister Andreas Hesky für einen guten Zweck versteigert.
Die Kunstauktion im Foyer der neuen Ludwig Schlaich Akademie der Diakonie Stetten bildete einen besonderen Abschluss der Veranstaltungsreihe zum 50-jährigen Jubiläum der Kreativen Werkstatt. Rund 35 Kunstliebhaberinnen und Kunstliebhaber sowie Interessierte fanden ihren Weg in die bunt gestaltete Ausstellung des Foyers und boten anschließend für die eindrucksvollen Kunstwerke der Künstlerinnen und Künstler mit Behinderungen. „Ich habe mich heute sehr gerne bereit erklärt, die Kunstwerke zu versteigern, weil es wirklich beeindruckende Werke sind und es einen Markt dafür gibt. Außerdem ist die Versteigerung für einen guten Zweck“, sagte Andreas Hesky, Oberbürgermeister der Stadt Waiblingen und Auktionator bei der Kunstauktion. Mit der Auswahl zeigte die Kreative Werkstatt ein breites Spektrum entstandener Werke, mit denen unter anderem bereits verschiedenste Wettbewerbe gewonnen wurden. „Das Interesse der Künstlerinnen und Künstler besteht darin, sich mitzuteilen und ihren Emotionen Ausdruck zu verleihen. Mit ihren Werken nehmen sie einen mit auf eine spannende Entdeckungsreise“, sagte Susann Haalck, Geschäftsführerin der Remstal Werkstätten, und wies darauf hin, dass sich die Kreative Werkstatt überwiegend über Spenden finanziert.

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Zu Beginn der Versteigerung bot Andreas Hesky einen Arbeitstisch mit Patina für 90 Euro, der zunächst zwar nicht ersteigert, aber im Nachgang doch noch von einem Waiblinger Ehepaar gekauft wurde. Anschließend folgten u.a. eine Tuschzeichnung von Volker Anger mit dem Titel „Wie im Himmel“, eine Collage aus Acryl und Ölkreide von Max Glocke sowie ein Gemälde mit dem Titel „Kaffeezeit“ von Uwe Kächele. Ein Bild aus Acryl mit dem Titel „Menschen mit Verstrickungen“ von Lore Böhme wurde nach einem Startpreis von 250 Euro, in fünf Euro Schritten ansteigend, letztendlich für 425 Euro von der Firma Konz GmbH aus Waiblingen ersteigert. „Ich liebe die Kunst, sie macht mir viel Freude“, zitierte Andreas Hesky den Künstler Karl-Heinz Maurer und bot dessen Skulptur für 50 Euro an. Für 100 Euro wurde sie von einem Ehepaar ersteigert.
Kunstliebhaber Georg Wetzel hatte sich bereits im Internet die Werke angeschaut und ersteigerte das Gemälde „Wächter“ von dem erst kürzlich verstorbenen Künstler Bernd Bukowski für 135 Euro. „Mir hat dieses puristische Gemälde mit seinem starken Ausdruck gleich gefallen. Die Radierung strahlt so viel Energie aus und hat eine tolle Größe“, schwärmte der neue Eigentümer, der sich bereits einen passenden Platz im Wohnzimmer dafür überlegt hat.
Auch nach der Auktion wurden einige der rund 60 ausgestellten Werke von Besucherinnen und Besuchern gekauft. Geschäftsführerin Susann Haalck zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der ersten Kunstauktion und dankte Andreas Hesky für seine Unterstützung: „Wir haben fast die Hälfte der Werke versteigert und so nimmt das Jubiläumsjahr ein schönes Ende“. Mit den 4160 Euro Gesamterlös der ersteigerten und verkauften Werke soll eine Arbeitsgruppe für Menschen mit psychischen Erkrankungen eröffnet und ein inklusives Projekt mit freien Mitarbeitenden aus der Kunstszene gestartet werden. Die Kreissparkasse Waiblingen spendete 250 Euro im Voraus der Kunstauktion für die geplanten Vorhaben, die ebenfalls in den Gesamterlös flossen.

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